Amazon Prime: Lineares TV-Experiment vor dem plötzlichen Aus

Amazon beendet das Experiment mit klassischem Fernsehen. Der hauseigene lineare TV-Sender Prime wird bereits am 1. August wieder eingestellt. Das Format sollte neue Zielgruppen anlocken, findet nun aber nach gut einem Jahr ein rasches Ende.
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Aus für linearen Prime-Sender

Amazon stellt sein lineares Fernsehprojekt im deutschsprachigen Raum ein. Ab dem 1. August 2026 beendet der Konzern den im April 2025 gestarteten Kanal Prime in Deutschland und Österreich. Der 24-Stunden-Sender bot ein festes Programm aus Filmen, Serien und Live-Sport. On-Demand-Inhalte bleiben für Abonnenten weiterhin abrufbar.

Das Angebot richtete sich an Nutzer, die klassisches Fernsehen bevorzugen. Statt durch Bibliotheken zu navigieren, konnten Zuschauer ein vorgegebenes Programm sehen. Das Projekt, konzipiert vom damaligen Deutschlandchef Christoph Schneider, sollte als Schaufenster für das eigene Angebot dienen und die Präsenz in Programmzeitschriften sichern.


Wie Kino.de berichtet, nannte Amazon keine Gründe für die Einstellung. Eine angekündigte Reichweitenmessung wurde nicht umgesetzt, verlässliche Zuschauerzahlen liegen nicht vor.

Widerspruch zum Streaming

Zu den Vorteilen zählten im Vergleich zum Privatfernsehen kürzere Werbeblöcke sowie gebündelte Sportübertragungen aus der National Football League, dem Fußball und Tennis. Dem stand ein konzeptioneller Widerspruch gegenüber: Ein festes Sendeschema kollidiert mit der zeitlichen Flexibilität von Streamingangeboten.

Das Ende nach 15 Monaten deutet auf eine geringe Resonanz hin. Amazon investierte zuletzt stark in Live-Inhalte und erwarb für geschätzte 90 Millionen Dollar (rund 79 Millionen Euro) pro Saison exklusive Rechte an Spielen der UEFA Champions League. Das lineare Programm sollte diese Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Fokus auf FAST-Channels

Amazon bleibt im Live-Segment aktiv. Abonnenten können weiterhin Livestreams von ARD, ZDF und regionalen Programmen nutzen. Zudem setzt das Unternehmen auf mehr als 500 sogenannte FAST-Channels (Free Ad-supported Streaming TV). Dabei handelt es sich um kostenlose, werbefinanzierte lineare Internetkanäle, die häufig Nischenthemen bedienen und als wirtschaftlich tragfähiger gelten als ein eigener, kuratierter Sender.

Schaut ihr lieber lineares Fernsehen oder nutzt ihr ausschließlich klassisches Streaming auf Abruf? Teilt eure Sehgewohnheiten gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Amazon stellt den linearen Fernsehkanal Prime im August 2026 wieder ein
  • Das im April 2025 gestartete 24-Stunden-Programm bot Filme und live Sport
  • Die normalen On-Demand-Inhalte bleiben für alle Abonnenten weiter aktiv
  • Gründe für die Einstellung nach nur rund 15 Monaten nannte Amazon nicht
  • Der feste Sendeplan kollidierte mit der Flexibilität von Streaming-Abos
  • Künftig setzt der US-Konzern im Live-Segment verstärkt auf FAST-Channels

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